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Allergischer Schnupfen - Heuschnupfen

Was ist das? - Definition
Ein allergischer Schnupfen ist eine berreaktion der Immunabwehr in der Nasenschleimhaut auf eine bestimmte krperfremde, eigentlich harmlose Substanz. Das Symptom kommt bei 15 - 20 % der Bevlkerung vor und ist damit eine der hufigsten Krankheiten berhaupt.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
   - Heuschnupfen
   - Pollinosis
   - Allergische Rhinitis

Wie kommt es dazu? - Mgliche Ursachen
Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem bertrieben auf eine an sich vllig harmlose Substanz: Aus noch nicht genau erforschten Grnden produziert es nach dem Erstkontakt mit einem bestimmten, krperfremden Stoff massenhaft Abwehrstoffe, so genannte Antikrper. Diese Antikrper verankern sich auf speziellen Mastzellen. Dringt die Substanz erneut in die Schleimhaut ein, veranlassen die Antikrper die Mastzellen innerhalb von 30 Minuten dazu, sich zu ffnen. 4 - 12 Stunden spter strmen entzndungsauslsende Botenstoffe heraus, die schlielich intaktes Gewebe zerstren und die typischen Symptome hervorrufen. Der Erstkontakt hat hier also eine Allergisierung ausgelst; die krperfremde, harmlose Substanz ist zum Allergen geworden. Bei dem saisonalabhngigen allergischen Schnupfen sind es die Pollen von Grser- oder Baumblten, die die Nase jucken lassen, bei dem ganzjhrig auftretenden allergischen Schnupfen, der Hausstauballergene aus dem Kot der Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen, Matratzenfllstoffe, Bettfedern, Zimmerpflanzen, Tierhaare, aber auch Nahrungsmittelbestandteile im Fisch, Erdbeeren, in Nssen, Eiern und Milch. Viele Bcker und Mller reagieren empfindlich auf das Berufsallergen Mehl, Schreiner auf Inhaltsstoffe exotischer Hlzer, medizinisches Personal auf Latex-Handschuhe und Friseure auf Haare oder Schuppen. Bakterien oder Viren knnen ebenfalls als Allergene wirken.
Die Neigung zur Allergie wird oft vererbt.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Ein allergischer Schnupfen zeichnet sich durch Juckreiz und Kribbeln in der Nase und im Rachen, selten im ueren Gehrgang aus. Die Augen trnen; die Patienten knnen nur schlecht atmen und riechen wenig, manchmal berhaupt nichts mehr. Sie mssen heftig und stndig niesen. Ihre Schleimhaut ist whrend der akuten Phase hochrot und sondert viel wssriges oder glasiges Sekret ab; spter trocknet sie aus. Die Nasenmuscheln schwellen an. In schweren Fllen macht sich eine Leistungsminderung und Abgeschlagenheit, unter Umstnden auch Arbeitsunfhigkeit breit. Normalerweise verluft ein allergischer Schnupfen ohne Fieber. Manche Patienten bekommen zustzlich Juckreiz im Mund und Rachen, Aphthen (Blschen im Mundraum), Magen-Darm-Beschwerden oder Ausschlge. Nach einigen Wochen ist der akute Schub meistens vorbei.
Bei einem allergischen Schnupfen, der von der Jahreszeit unabhngig auftritt, gesellen sich zu den Symptomen noch Heiserkeit und Schnarchen hinzu. Hier steht die behinderte Nasenatmung im Vordergrund. Nicht selten bilden sich Polypen aus.
Einen saisonalen allergischen Schnupfen ereilt die betroffenen Patienten zwischen Februar und September, wenn die Pollen fliegen. Ein nichtsaisonaler allergischer Schnupfen schlgt dagegen das ganze Jahr ber zu, solange der Kontakt zum Allergen besteht.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Interessanterweise gehen die allergischen Beschwerden im Alter oftmals allmhlich zurck.
Ein dauerhafter allergischer Schnupfen kann zu Husten, chronischer Bronchitis und Asthma bronchiale (Pollenasthma) fhren. Fachleute sprechen dann vom Etagenwechsel. Ein Pollenasthma zeichnet sich dadurch aus, dass die Patienten nur in Zeiten, in denen sie in Kontakt mit dem Allergen stehen, unter dem typischen Husten, Giemen, Pfeifen und einer verlngerten Ausatmung leiden.
In der Folge bezieht das Leiden die Nasennebenhhlen mit ein; hufig gesellen sich zustzlich ein gestrter Druckausgleich zwischen innerem und uerem Ohr oder ein Erguss im inneren Ohr zum Krankheitsbild. Viele Allergiker werden fter von Infekten heimgesucht.
Eine besonders gefhrliche Begleiterscheinung ist der allergische Schock: Gelangt das Allergen auf Umwegen ins Blut, setzt der Organismus gefaktive Botenstoffe frei, die dann den Blutdruck lebensbedrohlich abfallen lassen.
Es ereignen sich Kreuzreaktionen mit pflanzlichen Lebensmitteln. Das heit, jemand, der etwa eine Allergie auf Pollen hat, kann auch auf manche Lebensmittel allergisch reagieren. So entwickeln zum Beispiel Patienten, die sensibel auf Hasel-, Birken- oder andere Pollen reagieren, beim Genuss von Nssen (Walnsse, Mandeln) oder Steinobst (pfel, Pfirsiche, Aprikosen) einen unangenehmen Juckreiz im Mund und Rachen, Schwellungen und Aphthen (Blschen im Mundraum), selten Erbrechen und Koliken. Bei einer Beifuempfindlichkeit besteht hufig eine Kreuzreaktion mit Sellerie, Karotten, Kamille und Gewrzen wie Anis, Dill, Koriander. Fachleute sprechen hier vom Beifu-Sellerie-Syndrom mit den Hauptsymptomen Nesselsucht (Bildung von kleinen Quaddeln) und Schwellungen vor allem im Gesicht.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit hnlichen Symptomen
Heuschnupfenhnliche Symptome treten auch bei einer Allergie auf Schmerzmittel auf. Sie kann auch durch Wein oder Lebensmittel, die so genannte Salicylate enthalten, ausgelst werden.
Nicht verwechselt werden darf der allergische Schnupfen mit dem Flieschnupfen.

Was rt die Gromutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
Am besten ist es, das Allergen, das einem das Leben schwer macht, zu meiden. Menschen, die an einer Allergie gegen Tierhaare leiden, sollten ihr Haustier abgeben. Bei einer Nahrungsmittelallergie sollte man das entsprechende Lebensmittel meiden
Falls mglich sollten sich Betroffene whrend der Grserblte in pollenarmer Umgebung oder milbenarmer Region aufhalten, beispielsweise im Hochgebirge oder auf einer Nordseeinsel. Fr Autofahrer empfehlen sich im Fahrzeug Pollenfilter, die allerdings regelmig ausgetauscht werden sollten.
Die Milbendichte in der Wohnung lsst sich durch geeignete Manahmen reduzieren wie spezielle Matrazenberzge und Bettwsche, Staubsauger mit Spezialfilter und dem Verzicht auf Teppiche. Die Raumtemperatur sollte niedrig, die Luftfeuchtigkeit dagegen hoch sein.

Bearbeitungsstand: 21.11.2011

Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Nagel, Grkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollstndigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
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